Schlagwort-Archive: IfS

Henry Nitzsche – Früher CDU, heute IfS

Diesen Redebeitrag haben wir zur Demonstration „Keine Ruhe dem IfS – Für die Freiheit, gegen den autoritären Wahn“ am 16.09.2017 nach Schnellroda mitgebracht und dort verlesen. Den Rückblick von NoHalgida und eine Liste aller Redebeiträge findet ihr hier.

Liebe Antifaschist*innen in Schnellroda,

wir freuen uns, heute wieder hier zu sein – nicht über den Anlass, aber über die Menschen, die hier regelmäßig starken Protest gegen das „Institut für Staatspolitik“ organisieren. Und nochmal mehr freuen wir uns, dass ihr alle hier seid. Wir sind die Gruppe Kaltland-Reisen, kommen aus Sachsen und erschrecken selber immer wieder, wie viel damit schon gesagt ist. Sachsen hat sich in den vergangenen Jahren noch einmal kräftig ins Zeug gelegt, die braun schillernde Position des besten Beispiels für eine Region mit dauerhafter rassistischer Mobilmachung bis hin zur Pogromstimmung einzunehmen. Sachsen ist immer wieder beispielhaft für menschenverachtende Aufmärsche und Anschläge – und für eine Politik die all das duldet und mit befeuert.

So wundert es nicht, dass sächsische CDU-Politiker den rechten Rand nicht als Tabu betrachten, sondern eher als spannenden Fischgrund mit Kuschelfaktor. Diejenigen unter ihnen, denen regelmäßige Treffen mit der NPD, Verharmlosung rassistischer Gewalttaten und die Kriminalisierung antifaschistischer Proteste noch nicht reichen, verlassen schließlich die CDU. Sie legen jegliche Scheu vor menschenfeindlichen Bekundungen und Forderungen ab und landen schließlich… hier, beim „Institut für Staatspolitik“. Im vergangenen Jahr war bereits Maximilian Krah, der erst einige Wochen zuvor aus der sächsischen CDU austrat, als Redner geladen, heute referiert hier mit Henry Nitzsche eine weitere Person, die mit ihrerer Biografie exemplarisch für den jüngsten Rechtsruck und seine Vorbereitung steht.

Henry Nitzsche war von 1993 bis 2006 nicht nur Mitglied der CDU Sachsen, sondern legte in dieser durchaus auch eine Karriere hin: Schon vor seiner Parteizugehörigkeit war Nitzsche Bürgermeister der Gemeinde Oßling, bereits 1994 saß er für die CDU im sächsischen Landtag. Ab 2002 und bis zu seinem Austritt aus der Partei saß er für diese sogar im Bundestag. In seinem Wahlkreis Kamenz – Hoyerswerda – Großenhain erhielt er 2005 34,5 % der Wähler*innenstimmen. Zu diesem Zeitpunkt war sein Rechtsdrall sowohl der Partei als auch der Öffentlichkeit bekannt. Im Jahr 2003 äußerte Nitzsche, „Eher wird einem Moslem die Hand abfaulen, als dass er bei der Christlich-Demokratischen Union sein Kreuz auf den Wahlzettel macht.“ Seine Wahl zum Bundestagsabgeordneten bewarb er mit dem Slogan „Arbeit, Familie, Vaterland“, der nicht nur Wahlspruch des französischen Vichy-Regimes war, sondern 2004 auch von der NPD verwendet wurde.

Abgrenzung nach Rechts? Fehlanzeige.

Die Liste der menschenfeindlichen Äußerungen Henry Nitzsches lässt sich durch seine gesamte Abgeordnetenzeit hindurch ebenso fortführen wie die Anlehnungen an neonazistische Parteien. Gestört? Hat es wohl schon, doch selbst sein Zetern über angebliche „Multi-Kulti-Schwuchteln“, die Deutschland regieren würden, führte nicht zum Parteiausschluss.

Im Dezember 2006 verließ Nitzsche eigenständig die CDU, um zwei Jahre später bei der sächsischen Landtagswahl als Direktkandidat anzutreten. Mit tatkräftiger Unterstützung der NPD erreichte er fast 20 % der Wähler*innenstimmen – doch der Wahlkreis Kamenz blieb der CDU treu und wählte Frank Hirche in den Landtag.

Rund um Bautzen und Kamenz blieb Nitzsche politisch aktiv, wollte das Amt des Oberbürgermeisters von Kamenz erlangen und – mit Blick Heute fast schlechter Scherz – Ausländerbeauftragter der Stadt Bautzen werden. Auch die Stelle des Landrats des Kreises Bautzen lockte Nitzsche, blieb ihm mit 13,2 % der Stimmen jedoch verwehrt. Dass im Bautzener Landratsamt heute CDU-Männer sitzen, die sich regelmäßig mit der dortigen NPD-Spitze und neonazistischen Kameradschaften treffen, dürfte ihm jedoch gefallen.

Ob es die sächsische CDU interessiert, dass ihre ehemaligen Mitglieder hier in Schnellroda vor Neonazis und Neurechten referieren? Wir glauben es kaum, und viel mehr daran, dass uns in Zukunft noch ähnliche politische Karrieren wie die Krahs und Nitzsches begegnen werden. Und freuen uns einmal mehr, dass es Menschen gibt, die ihnen lautstark widersprechen! Hier in Schnellroda, dem Ort, den die Neue Rechte so gern als ihre ungestörte Schaltzentrale verstehen will, ist unser deutlicher Protest enorm wichtig!

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Nitzsche
http://www.sz-online.de/sachsen/ein-rechter-populist-erfindet-sich-neu-752447.html
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/rechtslastige-aeusserungen-cdu-parlamentarier-nitzsche-von-kreisvorsitz-zurueckgetreten-a-453266.html

Eine Landpartie oder warum Schnellroda nicht auf Ziegen reduziert werden sollte.

Schnellroda 17.02. – Ein Reisebericht

Teil 1

„Ein Tag Urlaub auf dem Bauernhof“ – das eher spaßige Motto unserer frühen Reisegruppe wird Wirklichkeit, als wir gegen 13:00 Uhr in Schnellroda ankommen. Der erste Anblick, den das Dorf uns präsentiert, ist eine Gans auf einem Schuppendach, umgeben von hüpfenden Rehen. Eine Landpartie oder warum Schnellroda nicht auf Ziegen reduziert werden sollte. weiterlesen

Holt euch einen Mitfahrplatz nach Schnellroda am 17.2.

Aus Leipzig nach Schnellroda um IfS dicht machen! – Neue Rechte alt aussehen lassen?

Wir haben eine gemeinsame Anreise organisiert, zu der wir euch bitten würde euch Tickets zu holen.

Los geht es am Freitag 17.02.17 um 14:30 Uhr.
Wir rechnen damit, pünktlich zur Tagesschau wieder in Leipzig zu sein, so dass auch die noch weiter reisen müssen ihre Anschlusszüge erreichen können.

Die Tickets für einen bequemen Platz gibt es gegen eine Unkostenbeitrag von 5€ bei:

  • Bambule (Demmeringstr. 32)
    Öffnungszeiten: Di -Fr 14:00 bis 19:00
  • Buchhandlung El Libro (Bornaischestrasse 3d)
    Öffnngszeiten: Mo-Fr 10:00 bis 18:30

Eine Übersicht zum Tag findet ihr hier: kaltland.blogsport.eu/SR1702

IfS dicht machen! – Neue Rechte alt aussehen lassen! 

Eine Übersicht findet ihr hier: kaltland.blogsport.eu/SR1702

Vom 17. bis zum 19. Februar 2017 findet im Dörfchen Schnellroda die „17. Winterakademie“ des „Instituts für Staatspolitik“ statt. Neurechte Publizist*innen um Götz Kubitschek (Verlag Antaios) und Ellen Kositza (Blaue Narzisse), die Identitäre Bewegung und weitere Verfechter*innen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit wollen dort das Thema Gewalt diskutieren.
Weshalb dies nichts als blanker Hohn und Spott ist, erklärt der Aufruf des Bündnisses Aufstehen gegen Rassismus Mitteldeutschland sehr gut[1]. IfS dicht machen! – Neue Rechte alt aussehen lassen!  weiterlesen

  1. facebook.com/aufstehengegenrassismusmd/posts/1184668991588393 []

Leipzig: Mobi-Vortrag zu #SR1702

Mehr Infos über neurechte Vordenker*innen, neofaschistische Publizierendenkreise? Gerne doch!

Der Mobi-Vortrag „IfS dicht machen!“ findet

Das Bündnis Aufstehen gegen Rassismus Mitteldeutschland informiert über die 17. Winterakademie des „Instituts für Staatspolitik“ (IfS) und weshalb es wichtig ist, Mitte Februar Protest und Widerspruch in das Dörfchen Schnellroda zu tragen, das die Neurechten um Götz Kubitschek und Ellen Kositza zu ihrem „ruhigen Hinterland“ auserkoren haben.

Also holt euch am 17.01.17 die Infos und kommt am 17. Februar nach Schnellroda und tretet ein für eine freie Gesellschaft – antifaschistisch, solidarisch und kämpferisch!

INFOS FOLGEN!