Archiv der Kategorie: Reiseberichte

Ein Blick nach vorn und einer zurück – der erste Mai in Halle und Leipzig

Halle – 2017

Neben dem Auftritt der militanten Nazipartei der „III. Weg“ in Gera[1] konzentrierte sich der Auftritt der Nazis am 1.Mai 2017 vor allen Dingen auf Halle. Nachdem es im letzten Jahr aufgrund in Plauen zu einem Zerwürfnis zwischen dem „Antikapitalistischen Kollektiv“ der „Autonomen Nationalisten“, die die Eskalation suchen, und den Flaggenfetischist*innen vom „III. Weg“ kam, schloß sich das AKK diesmal dem Aufmarsch der anderen neonazistischen Kleinstpartei „Die Rechte“ an, die in Halle ihr Glück versuchte[2].

Ein Großteil der antifaschistischen Mobilisierung konzentrierte sich daher entsprechend auf Halle. Unter den Mottos #nicetobeatyou  und Naziaufmarsch in Halle? Läuft nicht! riefen Antifaschist*innen zum Protest auf. Auch die Zivilgesellschaft hat sich in Halle in erfreulicher Breite gegen den Naziaufmarsch positioniert. Aus Leipzig folgten mehrere hundert Unterstützer*innen den Aufrufen von Prisma, Leipzig nimmt Platz und der Antifa Klein-Paris[3].

Das Konzept sah vor, mit unterschiedlichen Demos großräumig das Gebiet des Bahnhofs zu umschließen, der den Nazis von der Stadt als Ausgangspunkt zugewiesen war.

Die Demonstration vom Rannischen Platz zog Richtung Merseburger Straße, wo es zu einem Durchbruch kam, der von der Polizei nicht aufgehalten werden konnte, sodass mehrere hundert Menschen auf der Merseburger Straße / Ecke Raffinierie-Straße Stellung beziehen konnten[4], und von dort aus weiter in die Raffiniere-Straße, um dort eine weitere Blockade zu errichten.

Die Polizei konnte den Durchbruchsversuch nicht stoppen, hielt aber den hinteren Teil der Demonstration mittels zum Teil massivem Einsatz von Pfefferspray kurzzeitig auf. Durch den erfolgreichen Durchbruch waren schon frühzeitig die Route der Nazis und etwaige Ausweichrouten komplett besetzt[5],[6],[7].

Nix zu machen für die Nazis, die parallel dazu entschieden hatten, sich nicht von der Polizei am Bahnhof kontrollieren zu lassen[8], was dazu führte, dass letztendlich überhaupt keine Demonstration zustande kam. Nach einer kurzen Zeit der Verwirrung, nachdem die Polizei Ausweichdemonstrationen untersagt[9],[10] und die deutsche Bahn mitgeteilt hatte, keine größere Gruppe Nazis zu transportieren[11], entschieden sich die Rechten, zumindest eine Standkundgebung am Bahnhof abzuhalten – unter Ausschluss der Öffentlichkeit[12]. Zu diesem Moment war die Versammlung der Rechten, die mit 500 Teilnehmer*innen auf einem engen Areal standen von Polizei und Gegendemonstranten umschlossen.

Bis dahin war der Tag halbwegs friedlich verlaufen. Dies sollte sich mit Ende der Kundgebung ändern. Ein Teil der Nazis, darunter jene mit der prägnanten Aufschrift „Aryans / Support your Race“, die bereits zuvor am 18.03. in Leipzig aufgefallen waren[13], unternahmen noch am Bahnhof einen Ausbruchsversuch[14], der auch dank entschiedener antifaschistischer Gegenwehr unterbunden werden konnte[15],[16],[17].

Im weiteren Verlauf des Tages versuchten etwa 150 Nazis in Apolda ihre Demonstration nachzuholen. Nach eintreffen der Polizei wurde diese gezielt unter Beschuss genommen. Nachdem das Antikap Kollektiv auf Twitter großspurig verkündet hatte, dass man sich die Straße nicht nehmen lassen, landeten 103 Nazis zunächst im polizeilichen Gewahrsam[18].

Die bereits erwähnte Gruppe mit der Aufschrift „Aryans“ eskalierte zuvor noch bei der Abreise aus Halle und griff mit Totschlägern und Pfefferspray eine Gruppe unbteiligter Jugendlicher an. Dabei wurden 2 Personen schwer verletzt[19]. Die Gruppe der Angreifer ist inzwischen weitgehend bekannt[20],[21],[22].

Fest steht: Den Antifaschist*innen ist am 1. Mai in Halle genau das gelungen, was geplant war: Den Nazi-Aufmarsch zum Desaster machen[23]!

Polizeikette bei #Hal0105
Am 1. Mai gelang es Antifaschist*innen in Halle, die Polizeikette zu durchbrechen und den geplanten Nazi-Aufmarsch komplett zu blockieren.

Leipzig –  2018

Bereits mit Ablauf des 1. Mai 2017 in Halle wurden die zentrale Facebook-Seite der Rechten auf Leipzig 2018 umgeschaltet. Diese Anmeldung ist inzwischen bestätigt. Ausweislich der vorliegenden Anmeldung will „Die Rechte“ mit Vorturner Christian Worch, die bereits am 18.03. hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren, vom Bahnhofsvorplatz in Leipzig bis zum Völkerschlachtdenkmal laufen, was sehr stark an den Beginn der 2000er Jahre erinnert als Worch mehrfach jährlich versuchte diese Strecke zu nehmen[24].

Abzuwarten bleibt wie die Mobilisierung der Rechten ausfällt. Nachdem sich „Antikapitalistische Kollektiv“ und der „III. Weg“ bereits 2016 zerstritten hatten und auch 2017 sehr unterschiedlicher Auffassung zu sein schienen, ob es denn nun zu einem Nazi-Aufmarsch gehören solle, „Antifa-Hurensöhne“ zu grölen, zu rauchen und Jogginghosen zu tragen oder man stattdessen auf „ernsthaftere“ Uniformierung und Ritualhaftigkeit setzt[25], bleibt die Frage offen, ob das „Antikapitalistische Kollektiv“ nach dem Desaster in Halle erneut die Rechte unterstützen wird oder einen eigenen Weg geht.

Anders als in Halle wird man für Leipzig auch mit einem anderen Kräfteeinsatz der Polizei rechnen müssen. Während in Halle am 1. Mai 2017 nur etwa 700 Beamt*innen im Einsatz waren, sicherte die Polizei am 18. März 2017 in Leipzig mit mehr als 2500 Einsatzkräften, Wasserwerfern und Räumpanzern die Route ab[26]. Anders als in Halle war die Polizei in Leipzig zuletzt stets darum bemüht rechte Aufmärsche, solange sie nicht nach Connewitz führen, ans Ziel zu bringen.

Um dieses Szenario zu verhindern braucht es eine große Mobilisierung. Wenn es nach uns geht, werden die Nazis direkt am Aufmarschpunkt ihrer Route blockiert, laufen keinen Meter und erhalten erst gar keine Chance, ihr Weltbild in Gewalt umzuwandeln.

Das Hallenser Konzept, mit mehreren aufeinander eng abgestimmten und verzahnten Demos die Umgebung zu blockieren, könnte sich auch in Leipzig als erfolgreich erweisen.

Bis dahin bleibt aber noch einiges zu tun. Denn gerade in Leipzig dürfte es aufgrund des zu erwartenden massiven Polizeieinsatzes mehr Menschen bedürfen, die entschlossen und solidarisch handeln.

  1. http://kaltland.blogsport.eu/reiseberichte/reisebericht-1-mai-in-gera-die-provinz-aufwuehlen/ []
  2. http://jungle.world/artikel/2017/16/schlechte-erinnerungen-halle []
  3. https://jungle.world/artikel/2017/18/nazis-ohne-worte []
  4. https://twitter.com/SelinaS98/status/858991239437398016 []
  5. https://twitter.com/newsphotoDE/status/858988149753753600 []
  6. https://twitter.com/johannesgrunert/status/858988171606056960 []
  7. https://twitter.com/reneloch/status/858984032935313408 []
  8. https://twitter.com/M000X/status/859003915853017089 []
  9. https://twitter.com/HalleBlockt/status/859009236428312576 []
  10. https://twitter.com/HalggR/status/859001887038857216 []
  11. https://twitter.com/newsphotoDE/status/858997654621126658 []
  12. https://twitter.com/johannesgrunert/status/859002023831887873 []
  13. https://twitter.com/herderpark/status/861202690524753924 []
  14. https://twitter.com/c_hedtke/status/859023315704442880 []
  15. https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1315611771825924&set=a.149262575127522.37050.100001313427143&type=3&theater []
  16. https://twitter.com/johannesgrunert/status/859024113704349696 []
  17. https://twitter.com/reneloch/status/859023052247576576 []
  18. http://www.thueringen24.de/thueringen/article210425203/Grossangriff-auf-Polizei-in-Apolda-100-Festnahmen.html []
  19. http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2017/05/02/versuchter-totschlag-nach-naziaufmarsch-in-halle_23621 []
  20. http://www.fr.de/rhein-main/uebergriffe-in-halle-polizei-ermittelt-gegen-hessische-rechtsextreme-a-1270569 []
  21. https://linksunten.indymedia.org/de/node/212012 []
  22. https://twitter.com/c_hedtke/status/859081055277658112 []
  23. https://nicetobeatyou.wordpress.com/2017/05/02/press-review/ []
  24. http://www.l-iz.de/leben/gesellschaft/2017/05/Neonazipartei-%E2%80%9EDie-Rechte%E2%80%9C-will-am-1-Mai-2018-zum-Voelkerschlachtdenkmal-laufen-177721 []
  25. https://twitter.com/SoerenKohlhuber/status/858983149438631937 []
  26. http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Liveticker-Der-Demo-Sonnabend-in-Leipzig []

Reisebericht: 1. Mai in Gera – „Die Provinz aufwühlen!“

„Nazis gibt’s in jeder Stadt“ – Über den 1. Mai 2017 haben wir schon viele Worte verloren, aber immer noch ein paar übrig: Unseren Reisebericht aus Gera. Unseren Aufruf könnt ihr hier noch einmal nachlesen.

Wir haben an diesem Tag die antifaschistische Demonstration[1] gegen den „III. Weg“-Aufmarsch unterstützt. Die neonazistische Kleinstpartei lief dort in Abspaltung zu „Die Rechte“, die in Halle aufmarschierte, und den „Autonomen Nationalisten“, mit denen sie sich ein Jahr zuvor in Plauen zerstritten hatte[2].

In Gera am Hauptbahnhof angekommen, blickten wir in viele motivierte Gesichter und erlebten den Beginn einer cool organisierte Demo: Zur Stärkung gab es leckere Wraps und Unmengen an Wasser. Zur Sicherheit war Pyrotechnik mit angemeldet. Die Menschen waren entschlossen, deutlich und solidarisch.

Worum es ihnen ging?

„Die Provinz aufwühlen“ – keine Rückzugsräume für neonazistische Gruppen lassen, keine Wohlfühlzonen für Faschist*innen. „Antifa bleibt Landarbeit“ – auch in kleineren Städten und vor allem ihrer Umgebung Vernetzung zwischen Antifaschist*innen schaffen, Menschen ermutigen, Menschen handlungsfähig machen und Freiräume zu schaffen. Und dabei nicht vergessen eine deutliche Kritik zu formulieren, an den menschenverachteten Ideologien der Nazis und gesellschaftlichen Verhältnissen, die solche überhaupt denkbar machen. Warum auch Gera – mit immerhin 100.000 Einwohner*innen – unter das Wort „Provinz“ fällt, erklärten die Antifaschist*innen zum Auftakt der Demo in einem Redebeitrag[3].

Wir würden mal sagen? Ziel erreicht.

Nicht nur, dass anfangs 400, später 600 Menschen gegen den „III. Weg“ protestierten: 200 von ihnen gelang außerdem eine Sitzblockade, die den Neonazi-Aufmarsch verzögerten und dessen Route änderte[4]. Sie ließen sich auch von einer Polizei nicht abhalten, die Pfeffer, Knüppel und sogar eine Hundestaffel für angemessenes Vorgehen gegen die friedlich Blockierenden hielt[5]. Auch innerhalb der Protestkundgebung am Start- und Endpunkt der Nazidemo zeigte die Polizei sich eher repressionsfreudig als verhältnismäßig und trat gegenüber Teilnehmer*innen und Ordner*innen teilweise provozierend auf[6]. Auch an Zwischenkundgebungspunkten der Neonazis gab es Protest – der dabei massiver Einschüchterung durch Anti-Antifafotografen ausgesetzt war[7] und einer Polizei, die dies ermöglichte, während nicht-rechte Fotograf*innen gestresst wurden[8]. Umso mehr möchten wir all den Menschen danken, die mit Entschlossenheit, Deutlichkeit und viel Kreativität protestierten!

Angesichts des wunderbaren Protestgeschehens waren wir kurzzeitig ja völlig begeistert, als zum Start des „III. Weg“-Aufmarschs roter Rauch aufstieg – mussten allerdings feststellen, dass es sich dabei leider nicht um eine coole Protestaktion handelte, sondern um völkische Opferinszenierung der Rechten: Umgeben von dichtem Rauch marschierte man mit Trommeln und Einheitskleidung über eine Europaflagge hinweg[9], ein paar Menschen in Matrosen- über der „Heimat, Familie, Tradition“-Uniform trugen ein Schlauchboot[10]. Das Szenario hätte komisch anmuten können, wären hier nicht Faschist*innen eine riesige Route durch Gera gelaufen, die sich in aller Offensichtlichkeit an neonazistischen Symboliken und Orten orientierten[11]. Der „III. Weg“ muss, auch wenn er sich an diesem Tag deutlich reduziert hat, ernst genommen werden, rekrutiert er sich doch aus neonazistischer Kameradschaftsszene und NSU-Umfeld und wird teilweise genutzt, um verbotene Kameradschaften am Leben zu halten[12].

Wir freuen uns, mit dieser Einschätzung nicht allein zu sein. Natürlich: Es hätte besser sein können[13]. Weitaus besser[14]. Auch „weniger Nazis als sonst“ sind immer noch zu viele Nazis. Während die Antifa-Demo nach ein paar hundert Metern gestoppt wurde, konnte der „III. Weg“ teilweise ungestört eine riesige Route durch Gera laufen. Menschen, die sich nicht einschüchtern lassen, die Widrigkeiten trotzen und für ihre Überzeugungen einstehen, sind etwas anderes als eine tausende auf die Straße bringende breite Mobilisierung der Zivilgesellschaft. Aber auch – und vor allem – wenn letztere fehlt, halten wir es für wichtig, auch die kleinen Erfolge zu feiern. Und wetten fest darauf, dass all die Antifaschist*innen, die am 1. Mai in Gera unterwegs waren, immer und immer wieder auf die Straße gehen, wenn es nötig wird: Die Provinz aufwühlen!

  1. http://geraaufwuehlen.blogsport.de/ []
  2. https://jungle.world/artikel/2017/16/schlechte-erinnerungen-halle []
  3. http://landarbeit.blogsport.de/2016/09/15/redebeitrag-antifa-bleibt-landarbeit-10-09-2016/ []
  4. http://geraaufwuehlen.blogsport.de/2017/05/01/pressemitteilung-des-antifaschistischen-buendnisses-die-provinz-aufwuehlen []
  5. https://twitter.com/AnnetteLudwig/status/859002763094630400 []
  6. https://twitter.com/Kaltlandreisen/status/859037716545245184 []
  7. https://twitter.com/Kaltlandreisen/status/859009881529094146 []
  8. https://twitter.com/SoerenKohlhuber/status/859009613060091905 []
  9. https://twitter.com/SoerenKohlhuber/status/858994715286491136 []
  10. https://twitter.com/conligit/status/859296212935208960 []
  11. https://twitter.com/luna_le/status/859012300673601537 []
  12. http://geraaufwuehlen.blogsport.de/2017/05/01/pressemitteilung-des-antifaschistischen-buendnisses-die-provinz-aufwuehlen/ []
  13. https://www.kuhle-wampe.de/essacher-luft-vs-dritter-weg/ []
  14. https://www.facebook.com/soeren.kohlhuber/posts/1028791660589220 []

Eine Landpartie oder warum Schnellroda nicht auf Ziegen reduziert werden sollte.

Schnellroda 17.02. – Ein Reisebericht

Teil 1

„Ein Tag Urlaub auf dem Bauernhof“ – das eher spaßige Motto unserer frühen Reisegruppe wird Wirklichkeit, als wir gegen 13:00 Uhr in Schnellroda ankommen. Der erste Anblick, den das Dorf uns präsentiert, ist eine Gans auf einem Schuppendach, umgeben von hüpfenden Rehen. Eine Landpartie oder warum Schnellroda nicht auf Ziegen reduziert werden sollte. weiterlesen

Dresden 11.02.17 – Über Sachen die gehen und Sachen, die nicht gehen

Ein Reisebericht

Dresden, die Barockstadt ist immer eine Reise wert. Nicht nur dann, wenn man Barockstädte mag und den ihren bürgerlichen Prunk und Kitsch mag, sondern vor allem wenn es darum geht, Behördenversagen und dem Erstarken rechter Strukturen auf den Grund zu gehen.
Am 11. Februar besuchten wir Dresden allerdings nicht wegen des allmontäglichen Auftretens des sichtbaren und wahrnehmbaren Rassismus, verkörpert durch Pegida, sondern um einen „klassischen“ Naziaufmarsch zu stören. Dresden 11.02.17 – Über Sachen die gehen und Sachen, die nicht gehen weiterlesen

Dresden ist das Sachsen Sachsens – #DD1710

Montag in Dresden. Menschen sammeln sich, gehen gemeinsam auf die Straße. Nein, diesmal ist es nicht der Marsch der Faschist*innen und der von sich selbst Entfremdeten, die mit den Neurechten Parolen gröhlend von der Hetze gegen Menschen bis hin zur Jagd auf Menschen jegliche Hemmungen abgelegt haben, diesmal sind es Tausende, die Gesicht gegen Chauvinismus und Rassismus zeigen.
Ursprünglich sollte am 17.10. PEGIDA demonstrieren. Ursprünglich, denn PEGIDA wich auf den Sonntag aus, weil der Protest gegen ihre menschenverachtende Ideologie eben doch schneller war. Dafür hatte erstmals seit langer Zeit das breite Bündnis Herz statt Hetze groß mobilisiert und zwei Demonstrationszüge angemeldet: Einen vom Bahnhof Neustadt und einen vom der TU Dresden aus, beide zum Pirnaischen Platz und von dort gemeinsam zum Postplatz.
Dresden ist das Sachsen Sachsens – #DD1710 weiterlesen

„Wer schweigt, stimmt zu“ – ein Kaltlandbericht aus Bautzen

„Wer schweigt, stimmt zu“[1], lautete der Aufruf für den 07.10. in Bautzen, um eben nicht zu schweigen, sondern um den Zuständen vor Ort zu widersprechen als auch sich solidarisch gegenüber jenen Menschen zu zeigen, die sich immer wieder der rechten Hegemonie in Bautzen entgegenstellen. Ein Satz, welcher einen Tag später auf dem Kongress von @streetcoverage[2] wiederholt wurde. Auf ebenjenem Kongress, auf dem auch die nüchterne Feststellung getroffen wurde, dass es für den Triumph von völkisch-nationalen Bewegungen bereits ausreicht, wenn diesen Ideologien nichts entgegengesetzt wird[3]. „Wer schweigt, stimmt zu“ – ein Kaltlandbericht aus Bautzen weiterlesen

  1. https://www.facebook.com/events/265504490516589/?ref=108&action_history=null&source=108 []
  2. http://www.taz.de/!5346564/ []
  3. http://m.sz-online.de/sachsen/geschichtsstunde-fuer-gestrige-3512538.html []

Bautzen 2 – Noch nicht komplett im Arsch, 18.09.2016

Bautzen 2 war einst ein berüchtigtes Stasi-Gefängnis in der DDR – bereits von Nationalsozialisten genutzt, um politische Gegner*Innen zu inhaftieren und das in enger Abstimmung mit der Gestapo.
Bautzen ist Geschichte. Geschichte, an die mensch sich erinnern und mit der mensch sich auseinandersetzen muss. Geschichte, die Parallelen aufweist und doch nicht vergleichbar ist.
Geschichte, die hilft zu verstehen, was gerade geschieht, wenn sich auf der Straße Menschen zusammenrotten um „Ausländer raus“ und „frei, sozial und national“ zu brüllen. Menschen, die empfänglich sind für den neuen Faschismus und ihre Hoffnung auf rechtsradikale Parteien setzen.

Bautzen 2 – Noch nicht komplett im Arsch, 18.09.2016 weiterlesen

Rechte Denkfabriken bestreiken, 16.09.2016

Schnellroda in Sachsen-Anhalt, Saalekreis, ist der Sitz des Instituts für Staatspolitik. Dort versammelt sich unter der Ägide von Götz Kubitschek in der Sommerakademie eine Möchtegernelite, die am Systemsturz arbeitet um das „alte“ Deutschland, ein völkisches Deutschland wieder zu errichten. Dabei muss man verstehen, dass Kubitschek mit seinem elitären Gestus die intellektuelle Idee vorzeichnet, der PEGIDA und CO einerseits und AfD andererseits folgen. Rechte Denkfabriken bestreiken, 16.09.2016 weiterlesen