Pirna 05.04. „Gegen rassistische Brennpunkte“

— Dieser Aufruf wurden uns gesendet mit der Bitte ihn zu veröffentlichen!
Wir freuen uns sehr, dass in Pirna Rassist*innen und Rassisten nicht unkommentiert marschieren.
Hinter dem Text stehen verschiedene Einzelpersonen aus verschiedenen Zusammenhängen die sich spontan zusammen gefunden haben. —

Der Alltag ist zurückgekehrt. Wo noch vor wenigen Monaten hilflose Appelle der Betroffenheitsprofis in der sächsischen Politik angesichts immer neuer rassistischer Taten, die mangelnde Handlungsbereitschaft und das fehlende Handlungsvermögen illustrierten ist nunmehr Schweigen wieder an der Tagesordnung.
Nicht das es weniger Rassismus und rechte Hetze gäbe, aber die Gewöhnung daran lässt noch die lautesten Mahner verstummen. Hitlergrüße bei den völkischen Kreisläufern von PEGIDA werden inzwischen genau mit dem selben Schulterzucken goutiert wie rassistische Übergriffe.
Die Wahrnehmung hat sich verschoben. Der Fokus liegt nicht etwa an der Berichterstattung oder einen wahrnehmbaren Aufschrei an der Tatsache, dass einer Muslima in Dresden der Zutritt zu einem Bus durch den Busfahrer versperrt wird, sondern dass das Auto von Pegida- Versteher und selbst ernanntem Extremismusexperten Patzelt brennt.
Angesichts der Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik berichten alle Zeitungen darüber, dass es einen Anstieg der Kriminalität von Zuwanderern gegeben hätte. Und weil die Aufmerksamkeit nur bis zur Überschrift reicht um das eigene Erregungslevel zu erreichen, werden die Zusammenhänge gerne ausgeblendet. Schließlich ist es ausreichend, die eigenen Vorurteile zu bekräftigen.
Das die Zahl an politisch rechtsmotivierter Kriminalität einen neuen Höchststand erreicht, ist keine Schlagzeile wert. Das die vermeintlich politisch links motivierte Kriminalität rapide abgenommen hat spielt auch keine Rolle, schließlich hat ja Patzelts Wagen gebrannt.
Sachsen 2017 – immer noch Kaltland und immer noch nicht ohne Grund ganz rechts außen auf der Landkarte!

Am Mittwoch, den 05.04. wollen nun in Pirna, im Landkreis Sächsische Schweiz Osterzgebirge, in dem neben Pirna auch Orte wie Freital und Heidenau liegen und wo mit den Skinheads Sächsische Schweiz schon einmal marodierende Nazibanden den öffentlichen Raum dominierten, eine Bürgerwehr und „Nein zum Heim“ Gruppen auflaufen. Ihr Motto Brennpunkt „Sonnenstein“. Man will Anknüpfungspunkte für die von der AfD mit Hass versorgten Bürger*innen, früher waren sie besorgt heute einfach rassistisch, liefern. Man will wieder einmal die Karte der „bösen“ Zuwanderer ausspielen und fühlt sich durch die selektive Auslegung der polizeilichen Kriminalstatistik belegt.

Hinter dem Aufruf stecken sinistre Persönlichkeiten wie der NPD Stadtrat aus Freital Abraham, der einiges mit dem rechten Terror in Freital zu tun hatte und Katja Kaiser – ebenfalls aus Freital, die auf keiner Nazidemo fehlen darf. Selbst wenn, wie am 18.03. in Leipzig, mit Christian Worch die 90er ihr Revival geben und gar nicht mehr versucht wird die faschistische Gesinnung hinter dem Mäntelchen der Bürgerlichkeit zu verstecken.

Dass diese Bewegung ausgerechnet in Pirna aufschlägt kann nicht verwundern, da hier die AfD nach wie vor regelmäßige Demos, ganz außerhalb des Fokus der medialen Öffentlichkeit abhält und Hetzer wie Stürzenberger sprechen lässt. Hier, wo der Volksmob noch nicht gänzlich kontaminiert ist, will man im Wortsinn zuschlagen.

Es braucht nicht viel Phantasie, um zu verstehen worum es geht: die Untermauerung einer völkischen Hegemonie und die weitere Verbreitung von rechtem Hass.

Wir wollen und wir können diesem Treiben nicht schweigend zuschauen. Wir sind nach wie vor nicht gewillt zu akzeptieren, wenn rechte Hetzer auftreten wollen. Schweigen ist aus unserer Sicht keine Form, un die eigene Ablehnung zum Ausdruck zu bringen.

Wir rufen euch daher auf: Kommt nach Pirna: gegen rassistische Brennpunkte. Wir haben einen Lauti und wir haben unsere Wut und vor allen Dingen keine Ausreden.

Ort: Pirna: Sonnenstein, Remscheider Straße Ecke Deciner Straße – Parkplatz
05.04. ab 17:30 Uhr

Anreise: Ab 17:00 Uhr befinden sich Menschen in Dresden am Bahnhof Neustadt. Treffpunkt ist die Holocaust-Gedenktafel im Bereich Schlesischer Platz (Eingang Presse- & Buchladen).
Um 17:25 Uhr wird von hier PÜNKTLICH in Richtung Gleis 2 gelaufen, wo die S2 Richtung Pirna i.d.R. Auch pünktlich um 17:32 Uhr abfährt. Um 17:41 Uhr fährt selbige S-Bahn dann am Hauptbahnhof auf Gleis 18 ab (DD-Mitte um 17:35 Uhr auf Gl. 2, Freiberger Str. um 17:37 Uhr auf Gl. 2).
Ankunft in Pirna am Bahnhof ist 18:03 auf Gleis 2. Von dort ein paar Meter zum ZOB, wo dann um 18:12 Uhr der Bus „H/S“ Richtung „Sonnenstein Süd, Pirna“ von Steig 3 abfährt. Der Ausstieg wird dann in den Gruppen vor Ort beschlossen und kommuniziert.

 

Chemnitz, 05.03.2017 – Opfermythos und Nazigewalt? Verhindern!

Antifaschistische Aktionen am 5. März in Chemnitz

Am 5. März jährt sich die Bombardierung der Stadt Chemnitz zu 72. Mal – wie immer ein Anlass für alte und neue Nazis, das Opfergewand hervorzuzaubern und geschichtsrevisionistisch durch Städte zu ziehen. Während es im vergangenen Jahr noch einen Fackelmarsch mit Trauermienen gab, haben neonazistische Gruppierungen bislang keine vergleichbare Aktion angekündigt. Stattdessen ruft die Partei „Deutsche Mitte“, als deren „prominenterer“ Vertreter sich aktuell Nicos Chawales gibt – sonst beispielsweise von GIDA-Aufmärschen oder aus Freital bekannt. Chemnitz, 05.03.2017 – Opfermythos und Nazigewalt? Verhindern! weiterlesen

Leipzig/ Dresden: Ein Tag in Sachsen.

Montag ist insbesondere in Sachsen ein ganz besonders hässlicher Tag.

Am Montag will PEGIDA wie so oft auf die Straße gehen und sich ihrer selbst vergewissern. Nachdem die letzte Woche für die Rassisten eine Vollbelastung war, musste man doch Kulturveranstaltungen stören, bei Gedenkfeiern pöbeln und der AfD hinterherlaufen, will man Morgen wieder auf dem Wiener Platz auftreten. Leipzig/ Dresden: Ein Tag in Sachsen. weiterlesen

Eine Landpartie oder warum Schnellroda nicht auf Ziegen reduziert werden sollte.

Schnellroda 17.02. – Ein Reisebericht

Teil 1

„Ein Tag Urlaub auf dem Bauernhof“ – das eher spaßige Motto unserer frühen Reisegruppe wird Wirklichkeit, als wir gegen 13:00 Uhr in Schnellroda ankommen. Der erste Anblick, den das Dorf uns präsentiert, ist eine Gans auf einem Schuppendach, umgeben von hüpfenden Rehen. Eine Landpartie oder warum Schnellroda nicht auf Ziegen reduziert werden sollte. weiterlesen

Holt euch einen Mitfahrplatz nach Schnellroda am 17.2.

Aus Leipzig nach Schnellroda um IfS dicht machen! – Neue Rechte alt aussehen lassen?

Wir haben eine gemeinsame Anreise organisiert, zu der wir euch bitten würde euch Tickets zu holen.

Los geht es am Freitag 17.02.17 um 14:30 Uhr.
Wir rechnen damit, pünktlich zur Tagesschau wieder in Leipzig zu sein, so dass auch die noch weiter reisen müssen ihre Anschlusszüge erreichen können.

Die Tickets für einen bequemen Platz gibt es gegen eine Unkostenbeitrag von 5€ bei:

  • Bambule (Demmeringstr. 32)
    Öffnungszeiten: Di -Fr 14:00 bis 19:00
  • Buchhandlung El Libro (Bornaischestrasse 3d)
    Öffnngszeiten: Mo-Fr 10:00 bis 18:30

Eine Übersicht zum Tag findet ihr hier: kaltland.blogsport.eu/SR1702

Dresden, Naziaufmarsch verhindern! #DD1102

Gemeinsame Anreise aus Leipzig

Treffpunkt: Hbf Leipzig  DB-Infopoint auf dem Quergleis 11.45 Uhr
Abfahrt voraussichtlich Gleis 21 um 12 Uhr RE nach Dresden.
Plant ca. 10 € Fahrtkosten ein.

Opfermythen zerschlagen

Laut dem „Antifa Recherche Team Dresden“ und Dresden Nazifrei verdichten sich die Hinweise, dass der „Gedenkmarsch“ der Dresdner Neo-Naziszene am 11. 02. stattfinden wird und die bereits angekündigte Demo am 18.02. als Ablenkungsmanöver zu verstehen ist [1,2]. Update: Die Hinweise verdichten sich, dass in Südvorstadt oder am Hauptbahnhof Dresden mit dem größten Naziaufmarsch zu rechnen ist.[3] Für den Obelisk in Dresden-Nickern, zu welchem letztes Jahr 500 Neo-Nazis ziehen konnten, liegen für das komplette Wochenende Schutzanmeldungen vor [2]. Die antifaschistischen Gruppen aus Dresden rufen dazu auf den Fokus des Gegenprotestes auf den Fackelmarsch zu legen und diesen zu blockieren, um ein Comeback des ehemals europaweiten Neo-Naziaufmarsches zu verhinden und es „dürfte auch rein zahlenmäßig das wichtigste Ziel für antifaschistische Interventionen sein“ [1].

Fest steht, dass der Holocaust-Leugner Gerhard Ittner am 11.02. eine Demo angemeldet hat (14 Uhr – Zwingerteich), welche u.a. über den neustädtischen Albertplatz verlaufen soll. Die genaue Route findet ihr in der Aktionskarte [3]. Bei dieser Demonstration ist nicht mit großer Beteiligung zu rechnen aufgrund interner Streitigkeiten der Neonaziszene.

Demonstrationsgeschehen in Dresden


Nazi-Aktivitäten: 

  • Versammlung Zwinger-Teich14 Uhr, Veranstaltet von Gerhard Ittner, soll durch Innenstadt in die Neustadt zum jüdischen Friedhof führen. 
  • Versammlung Südvorstadt / Ortsamt Plauen Nachmittag, ca 16:30 Uhr, ca 500 Teilnehmer, Route führt durch Südvorstadt bzw. Ortsamt Plauen, keine weiteren Infos zur Route, Vermutet wird Start am HBF Dresden

Gegenprotest

Um dieses „Gedenken“ kritisch zu begleiten gibt es verschiedene Formen des Gegenprotestes. Aktuell sind folgende Gegenaktionen geplant und möglich:

  • Demo ab Goldener Reiter, 13 Uhr über Theaterplatz, Wettiner Platz, Marienbrücke, Goldener Reiter, Innenministerium verläuft.
  • Kundgebung ab 13 Uhr an der an der Dreikönigskirche (direkt an Demoroute von Gerhard Ittner)
  • weitere verschiedene Anmeldungen in der Stadt
    Diese können als Anlaufpunkt genutzt werden. Ort und Zeit werden relativ kurzfristig bekannt werden – flexibel, eventuell eine längere Fahrt an den Stadtrand einplanen
  • mobile Aktionen: sucht euch eure liebste Aktionsform und nutzt die Anlaufpunkte

Bleibt aufmerksam und flexibel

Wichtig ist für die nächsten Tage aufmerksam und flexibel zu sein. Checkt aktuelle Infos über folgende Kanäle bei Twitter: @dd_nazifrei, @antifa_dresden, @nope_dd

Die Aktionskarte mit wichtigen Telefonnummern findet ihr unter folgendem Link:
https://uradresden.noblogs.org/files/2017/02/Dresden_2017_Routen_web_ecEke0kc.jpg

Wir schließen uns dem Aufruf von NOPE., Dresden Nazifrei und URA Desden an:
„Wir werden auch dieses Jahr das Gedenken kritisch begleiten und (Neo-)Nazis und anderen Menschenfeinden zeigen was wir von ihnen halten – Nichts! Auch 2017 heißt es wieder: Raus auf die Straße – Nazis blockieren!“

Und auch am 13.2. findet derTäterspurenmahngang ab 14 Uhr am Wettiner Platz statt.
Infos hierzu findet ihr hier:https://www.facebook.com/events/1158050784310895/

Den kompletten Aufruf könnt ihr hier nachlesen:
https://uradresden.noblogs.org/post/2017/02/02/februar-17-dresden-alte-neue-nazis-blockieren/#more-2692

Quellen:
[1] https://naziwatchdd.noblogs.org/post/2017/02/07/dresdner-nazis-wollen-am-11-februar-demonstrieren/
[2] https://www.facebook.com/dresden.stellt.sich.quer/?hc_ref=PAGES_TIMELINE&fref=nf
[
3] https://twitter.com/RadioDresden/status/830038760301744129

 

Am 8.2.2017 in Bautzen gegen die AfD protestieren!

Am 8. Februar 2017 lädt die AfD in Bautzen zu einer Veranstaltung mit dem Thema „Extremismus in Sachsen“ ein – was damit gemeint ist, wird angesichts des Events schnell klar.

Als „Experten“ hat man sich Hans-Hermann Gockel geholt. Der aus Bielefeld stammende ehemalige TV-Moderator und ehemalige Journalist schreibt u.a. für die Junge Freiheit und bringt Bücher mit dem Titel „Finale Deutschland – Asyl. Islam. Innere Sicherheit, mit Klartext gegen die Gedankenfeigheit.“ heraus, in denen er der Presse tendenziöse und falsche Berichterstattung über die AfD vorwirft.

Erst einmal kann man sich natürlich fragen, was Herrn Gockel befähigt, sich zum Extremismus zu äußern, aber auf der anderen Seite steht damit schon fest, dass dem Thema Rechtsextremismus wenig Aufmerksamkeit geschenkt werden wird. Dies ist in einer Stadt wie Bautzen einfach nur zynisch. Einer Stadt, die seit Monaten nur mit rechten Überfällen und Gewalttaten in den Schlagzeilen ist und wo Politiker sich mit Neonazis und Neurechten an einen Tisch setzen, aber ansonsten jedes rechte Problem klein reden. Wohin diese Offenheit führt, kann man dieser Tage in Dresden sehen, wo einem Oberbürgermeister Hilbert von PEGIDA-Anhänger*innen mit Mord gedroht wird, der noch vor wenigen Wochen Dialogveranstaltungen mit den „besorgten Bürgern“ veranstaltet hat.

Zum Glück gibt es auch in Bautzen engagierte Menschen, die dies nicht einfach geschehen lassen wollen. Es wird deshalb eine Demo gegen die AfD-Veranstaltungen geben. Kommt am Mittwoch, den 8.2.2017 zum Rathenauplatz 1 in Bautzen, dort findet ihr die Versammlung ExtremisMus – braun, bitter, geschmacklos der Gruppe Knäckebrot gegen Rechts.